Messmöglichkeiten bei Photovoltaik-Anlagen

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    • Messmöglichkeiten bei Photovoltaik-Anlagen

      Wir planen den Bau einer Photovoltaik-Anlage auf unseren Hausdach.
      - Wie können wir beim Betrieb den Wirkungsgrad ermitteln?
      - Wie können wir feststellen, ob der vom Hersteller garantierte Wirkungsgrad eines Moduls von 90% bzw. 80% von den Modulen eingehalten wird?
      Wünschenswert wäre ein Senor, der für eine bestimmte Zeitspanne (1 Tag, 1 Woche) die Sonneneinstrahlung misst und errechnet, welche Leistung die Anlage bei einem Wirkungsgrad von 100% hätte liefern müssen, und wieviel sie tatsächlich geliefert hat.
      Welche Möglichkeiten haben Eigentümer überhaupt, die Anlage in dieser Hinsicht zu überwachen, ohne Hinzuziehung eines Technikers?
    • Die Hersteller versprechen 80% bzw. 90% Wirkungsgrad pro Modul. Dies kann ich für einzelne Module sicher nicht am WR ermitteln. Dort kann ich allenfalls sehen, obein String schlecht funktioniert - was dann auch an Verschattung u. ä. liegen kann.
      Wie kann ich also im laufenden Betrieb die Aussagen der Hersteller überpfüfen?
      Außerdem sollte es doch möglich sein, mit einem fest installierten Meßgerät permanent die aktuelle Sonneeinstrahlung an einem Punkt auf dem Dach zu messen und bei einem angenommenen Wirkungsgrad von 100% über eine bestimmte Zeit (z. B. 24 Std.) die zu liefernde Leistung zu berechnen. Diese könnten dann mit der tatsächlichen Leistung verglichen werden, wodurch sich der tatsächliche Wirkungsgrad der gesamten Anlage ergibt.
      Irgendwie scheint mir die ganze PV-Branche riesengroß bei Versprechungen (Lebensdauer 40-50 Jahre, so gut wie keine Wartung, ...) zu sein, aber ganz klein bei Überprüfungen ....
    • Hallo Rultos,

      sicherlich ist ihre Skepsis hinsichtlich der Leistungsdaten der Hersteller verständlich.

      Zur Messung der Strahlungsdaten an einem Punkt Ihres Daches können Sie sich einen Globalstrahlunssensor anschaffen, der Ihnen die anfallenden Strahlungswerte ermittelt.
      Zur Messung der einzelnen Leistungen an den Modulen kann man technisch z.B. mit Modulwechselrichtern arbeiten. Ist aber eine recht teure Lösung.

      Ich denke das die Leistungsgarantien der Hersteller i.d.R. genügen. Habe ich einen nachweislichen "Minus-Ertrag" von der Soll-Leistung, kann man aufgrund der Garantie Nachbesserung verlangen. Man sollte dabei aber stets beachten, das die Herstellerangaben unter Standard-Test-Bedingungen ermittel wurden und mit der Realität (schwankende Temperaturen, Fehler bei der Verlegung oder-WR-Auslegung, u.s.w.) nur annähernd zu tun haben.
    • AW: Messmöglichkeiten bei Photovoltaik-Anlagen

      Moin, moin,

      Ihr Wunsch geht GAR NICHT, jedenfalls nicht so, wie Sie es sich vorstellen.
      Wie schon an einer Stelle bemerkt beziehen sich die Leistungsangaben immer auf STC (Standard Test Bedingungen). D.h. 1000W Einstahlung pro m² bei 25°C Modultemperatur.
      Diese Werte an sich sind irreal (wie der Verbrauch in einem Autoprospekt). Bei einer Einstrahlung von 1000W/m² steigt die Modultemperatur sofort auf über 50°C an, die Modulleistung sinkt. Außerdem -wie auch schon erwähnt- spielen immer die "Installationsvariablen" eine Rolle.

      Selbst wenn Sie -wie hier solarweb.com/Account/GuestLogO…2e-4cd9-8e81-a0a900cda147 -
      Temperatursensoren und Einstrahlungssensoren installieren, können Sie Wirkungsgrade der Module nicht einwandfrei bestimmen. Im Beispiel sieht man eine Ost- & Westanlage mit den entsprechenden Sensoren auf beiden Dachseiten.

      Um die Garantieversprechen der Hersteller zu kontrollieren reicht auch ein Modulwechselrichter (z.B. vom bekannten israelischen Hersteller) nicht aus.

      ABER: Jeder seriöse Installateur gibt Ihnen eine Ertragsprognose basierend auf einem langjährigen Mittelwert für Ihren Standort. Diese sollte zumindest nach Monaten aufgeteilt sein. Die Monatswert dienen natürlich nur als Anhaltswert. Auch bieten verschiedene Foren die Möglichkeit sich Vergleichswerte zu beschaffen, z.B. SFV.

      Zur echten Überprüfung der Herstellergarantie bleibt ausschließlich ein Flasher, wo jedes Modul einzeln geprüft wird.

      mfg tugu
      Man kann fast ALLES reparieren, sogar Wechselrichter. Und einige kann man "tunen" (allerdings nicht für "D"). wiebach.de
      Speicher- Anlage: solarweb.com/Account/GuestLogO…55-4ea7-8092-822eea25795b
      SÜD-Anlage: solarweb.com/Account/GuestLogO…b5-48c4-a3c8-a2ac008c1fb7
      mfg tugu
    • Hi

      tugu hat eine gute Antwort geliefert. Nur um die offenen Dinge noch zu beantworten:

      - Wie können wir beim Betrieb den Wirkungsgrad ermitteln?

      Allgemein physikalisch eta (Wirkungsgrad) = Praus / Prein
      Sprich was bekomme ich raus wenn ich was reinstecke. Prein wird, wie tugu erwähnt hat, über STC bestimmt.
      Ebenfalls kann auch NOCT zu rate gezogen werden, welcher zuverlässiger ist, da Temperaturgradienten mit berücksichtigt werden.

      Im "Schülerversuch" könnte man also tatsächlich probieren den Wirkungsgrad zu bestimmen, indem man die Strahlung misst und mit der aktiven Zellmaterialfläche multipliziert (= Prein). Temperatur wird vernachlässigt. Anschließend richtet man sein Modul aus und misst Winkelabhängig (phi) Spannund und Stromstärke. Aus Praus (phi) = U*I kann man anschließend den Wirkungsgrad aus den Verhältnis der beiden bestimmen. Dies ist jedoch ein sehr unzuverlässiger Wert, da mit zunehmender Temperatur die Spannung stark abnimmt. Zudem wird später auch das Modul verschaltet, wodurch ebenfalls Verluste in Form von Dissipation auftreten.

      - Wie können wir feststellen, ob der vom Hersteller garantierte Wirkungsgrad eines Moduls von 90% bzw. 80% von den Modulen eingehalten wird?

      WR Ertrag verfolgen und vergleichen. Auch kann man einem erfahrenen Solarteur vertrauen, denke ich.

      Grüße Tenno